Schlagwort: Events

  • Schulfest

    Nach einem Spaziergang mit Sota, meinem ersten japanischen Freund ähnlichen Alters, lud er mich auf ein Schulfest an einer lokalen Grundschule ein. Das klingt erstmal seltsam, lag aber daran, dass seine Mutter Teil des Organisationsteams war.

    Das Fest fand auf dem Schulhof statt, wo neben einem Yagura auch eine Bühne und mehrere Stände für Essen und Trinken aufgebaut waren. Trotz dem es sich um ein Grundschulfest handelte, war nur ein kleiner Anteil der Anwesenden wirklich im Grundschulalter. So fanden auf der Bühne zunächst hauptsächlich Tanzvorstellungen statt, allerdings eher von Studenten und Schülern älteren Alters. Neben den leckeren Snacks an den Ständen war die Stimmung allgemein sehr ausgelassen und fröhlich. Besonders beim Bon Odori, einem traditionellen Tanz etwas später am Abend und der Show danach, bei der viele Kinder und auch die Erwachsenen zum Mittanzen vor und auf der Bühne animiert wurden.

    Es war eine tolle Veranstaltung für Familien sowie Teilnehmer beliebigen Alters.

  • O-Matsuri Exploration in Osaka

    In meiner zweiten Woche wurde es Zeit, mal raus aus Kobe zu kommen und Osaka zu erkunden. Über Meetup fand ich eine geführte Tour mit dem Ziel, Kontakte zu knüpfen und Einblicke in die Stadt zu gewinnen.

    Von Kobe aus dauert es etwa 45 Minuten mit dem Zug nach Osaka.

    Das Meetup war durchmischt mit japanischen und internationalen Teilnehmern. Wir wurden durch kleine Gassen geführt und erfuhren dabei Spannendes über einzelne Gebäude und Tempel. Mit allen Teilnehmern kam ich leicht ins Gespräch. Dabei unterhielten wir uns sowohl auf Japanisch als auch auf Englisch.

    Zum Abschluss gingen wir, für mich ein erstes Mal, auf ein traditionelles japanisches Festival (Matsuri), das auf dem Gelände eines Tempels stattfand. Die Atmosphäre war unglaublich lebhaft. Überall wuselten Leute herum; es gab Musik und traditionellen Tanz zwischen leuchtenden Laternen sowie diverse Stände, an denen man Snacks kaufen oder kleine Spiele wie Shateki spielen konnte. Neben Familien waren hier vor allem Jugendliche in Grüppchen unterwegs, hatten Spaß und trugen so zur lebhaften Atmosphäre bei. Das Meetup löste sich zwar auf dem Festival auf, allerdings blieb ich mit einem Teil der Teilnehmer noch dort um gemeinsam Kakigōri zu essen – eine Art Shaved Ice mit Sirup.

    Somit war meine erste Matsuri-Erfahrung ein voller Erfolg und ich kann nur meine vollste Empfehlung aussprechen.

    NICE TO KNOW: Wie auch im Titel zu sehen, erscheint das Wort Matsuri häufig mit der Vorsilbe o-. Dabei handelt es sich um eine japanische Höflichkeitsform, die dem Ausdruck mehr Wertschätzung und einen höflicheren Klang verleiht.

  • Language Exchanges

    Die beste Möglichkeit, erste japanische Kontakte zu finden, habe ich über eine App namens Meetup entdeckt. Hier gibt es eine große Anzahl an Treffen unterschiedlicher Natur, von Wandergruppen und Stadtführungen über Spieletreffen und Partys, hin zu Treffen zum Sprachaustausch (Language Exchange).

    Zu meinem Glück fand ich gleich zu Anfang zwei interessante Gruppen mit regelmäßigen Treffen zum Sprachaustausch in Kobe. Von meiner ersten Teilnahme beider Events berichte ich hier.

    Treffen A fand in einem Café in Motomachi, einem belebten Stadtteil von Kobe statt. Die Teilnahme kostete eine kleine Gebühr von 500 Yen, die an den Organisator gingen. Zusätzlich sollte man im Café mindestens ein Getränk bestellen – nochmal ca. 500 Yen. Alles in allem aber sehr lohnenswert.

    In dem Café waren vier Tische mit jeweils vier Plätzen reserviert. Die Tische wurden mit den Buchstaben A bis D gekennzeichnet. Bei rund 12 Teilnehmern waren nur etwas mehr internationale Teilnehmer dabei, als japanische – normalerweise überwiegt aber laut Hörensagen die Anzahl der japanischen Teilnehmer. Die Teilnehmer verteilten sich auf die Tische und sprachen jeweils 15 Minuten auf Englisch und 15 Minuten auf Japanisch miteinander. Nach 30 Minuten zog man verdeckt eine Karte mit einem der vier Buchstaben und wechselte an den entsprechenden Tisch. So konnte man mit verschiedenen Teilnehmern ins Gespräch kommen. Nach drei Durchläufen war das Event im Café zwar beendet, alle Teilnehmer, die Lust darauf hatten, konnten aber noch mit zum gemeinsamen Mittagessen kommen.

    Persönlich konnte ich durch das Event mein Japanisch üben und vier neue Kontakte auf LINE einspeichern. Nach dem Mittagessen ging ich mit zwei Teilnehmern noch weiter zum Hafen und wir verbrachten einen schönen Nachmittag.

    Treffen B war etwas anders organisiert und fand in einer Art Kulturzentrum statt mit einer Bar, zwei langen Tischen und einem Schrank voller Brett- und Kartenspiele. Es gab keinen geregelten Ablauf – dafür aber auch keine Kosten, außer auch hier die Bitte, ein Getränk (rund 800 Yen) zu bestellen. Aufgrund des niedrigeren Anteils an japanischen Teilnehmern wurde mehr Englisch, aber auch ein wenig Japanisch gesprochen und wir spielten in einer kleineren Gruppe mehrere Spiele gemeinsam.

    Auch hier konnte ich neue Kontakte einspeichern und ging mit zwei anderen Teilnehmern noch in Sannomiya Takoyaki essen.

  • Entrance Ceremony

    Am Mittwoch der ersten Woche fand die ENTRANCE CEREMONY der Schule statt.

    Diese hätte wohl klassisch-anmutender nicht sein können. Wir fanden uns in einem Raum ein, in dem die Schüler in mehreren Reihen in der Mitte saßen. Schulpersonal, also Lehrer und Schulleitung saßen am Rand. An der Vorderwand des Raumes hing ein Banner mit Logo und Namen der Schule und eine japanische Flagge.

    Zunächst wurde eine Hymne gesungen. Den Text kannte vermutlich niemand der neuen Schüler, durch das Video konnte dies jedoch einigermaßen kaschiert werden. Anschließend gab es eine kleine Einführung von einer Lehrerin in die Zeremonie, gefolgt von Reden von Schulleiter, Vertreter der Schüler im Abschlussjahrgang und Vertreter der neuen Schüler.

    Zum Schluss wurden die Schulregeln erklärt. Die Essenz: Nicht im Unterricht fehlen, nicht zu spät kommen, keine Handys im Unterricht verwenden und nur mit Bleistift schreiben. Sollte man durch Krankheit oder andere Umstände mal zu spät oder gar nicht kommen, muss man bei nächster Ankunft in der Schule zunächst am Lehrerzimmer einen Zettel mit Unterschrift abholen, diesen zum Unterricht mitnehmen, dort von der Lehrkraft unterschreiben lassen, dann wieder in Lehrerzimmer gehen und den Zettel erneut unterschreiben lassen und abgeben. Wortlaut: „Kommt am besten immer und pünktlich zur Schule!“

    Am Ende wurden noch Gruppenfotos auf einem Balkon gemacht und die Zeremonie wurde mit gemeinsamen Essen und Trinken auf Kosten der Schule abgeschlossen.