Schlagwort: Izakaya

  • Geschichten aus dem Izakaya II

    Jobangebot

    Auch mein dritter Besuch im Izakaya blieb nicht ohne Früchte. Als ich erwähnte, dass ich bald Sommerferien haben würde und für diese Zeit gegebenenfalls nach einem Job suchen würde, sprach mich jemand mit dem Spitznamen „Don“ an und meinte, er könne mir vermutlich einige Putzjobs auf Tagesbasis anbieten. Etwas sketchy, womöglich – aber dennoch eine tolle Geste. Auch hier tauschte ich also Kontaktdaten aus und bat ihn, mich zu kontaktieren, falls sich etwas ergeben sollte.

    Bekannte in der ganzen Einkaufsstraße

    In der dritten Woche meines Aufenthalts besuchte ich erneut das Ramen-Restaurant, in dem ich bereits an meinem ersten Tag essen gewesen war. Dort fragte mich der Besitzer plötzlich, ob ich einen gewissen Itou-san kenne. Der Name kam mir zwar zunächst bekannt vor, allerdings hatte ich in der Zwischenzeit so viele Leute kennengelernt, dass ich mir nicht mehr sicher war, um wen genau es sich handelte. Daraufhin zeigte er mir das Instagram-Profil des Herrn, mit dem ich ein Foto gemacht und Karaoke gesungen hatte. Er erzählte mir, dass auch Itou-san regelmäßig bei ihm zu Gast sei und die beiden sich kurz über mich unterhalten hätten.

    Scheinbar kann man durch regelmäßige Besuche in Restaurants und Izakayas in der Nähe einen recht guten lokalen Bekanntheitsgrad erreichen.

  • Geschichten aus dem Izakaya I

    Kontakte knüpfen im Izakaya

    Bei meinem zweiten Besuch in dem Izakaya, das ich als Erstes besucht hatte, wurde ich wieder unfassbar freundlich willkommen geheißen. Eine Dame, die auch bei meinem ersten Besuch dort gewesen war, erzählte mir, dass ihr Sohn gerne Englisch üben würde. Von der Idee eines Übungspartners und gegebenenfalls eines ersten Freundes in Japan war ich natürlich sehr angetan. Daher bot ich mich sofort als Gesprächspartner an und wir tauschten Kontaktdaten aus. Wenige Tage später erhielt ich eine Nachricht von ihrem Sohn, und wir vereinbarten ein erstes Treffen. Ein klarer Beweis dafür, dass man in Izakayas wunderbar Kontakte knüpfen kann.

    Karaoke Challenge

    Auch mein zweiter Besuch im zweiten Izakaya war ein voller Erfolg. Als ich ankam, wurde ich direkt mit Namen begrüßt und die Dame hinter der Theke konnte sich an alle Details erinnern, die ich beim letzten Mal erzählt hatte. Tatsächlich rief sie sogar den anderen Gast vom ersten Besuch an, um ihm mitzuteilen, dass ich wieder da sei – allerdings war er wohl noch auf der Arbeit.

    Stattdessen unterhielt ich mich mit einem anderen Herrn, der mich sogleich auf zwei Bier einlud und ein Foto mit mir für seinen Instagram-Account machen wollte. Ich willigte natürlich ein. Zwei Biere und eine Unterhaltung später forderte er mich schließlich zum Karaoke heraus. Ich sollte versuchen, einen Song auf Japanisch zu singen. Praktischerweise befand sich direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, eine kleine Karaokebar, zu der wir uns sofort aufmachten.

    In der Bar gab es einen kleinen Raum mit drei Tischen und Bänken sowie zwei Fernsehern für die Songtexte. Auch hier bestand das Personal aus einer älteren, sehr freundlichen Dame. Außer uns war niemand in der Bar. Wir sangen also einfach drauflos, und tatsächlich schaffte ich einen japanischen Song zumindest bis zur Hälfte – dank Live-Furigana-Lyrics. Dazu wurde uns ein Topf mit kleinen Süßigkeiten auf den Tisch gestellt, die ich am Ende alle mitnehmen sollte. Auch hier war ich auf mein Bier eingeladen.

  • Izakaya, die Zweite

    An meinem dritten Tag beschloss ich, nach meiner guten ersten Erfahrung mit einem Izakaya, erneut eines aufzusuchen und entschied mich dieses Mal für eines in der anderen Richtung – ebenfalls etwa fünf Gehminuten entfernt.

    Auch hier fiel die Begrüßung überrascht aus, es kämen wohl nicht so viele „Ausländer“ hierher. Doch wie am vorigen Tag wurde ich sehr herzlich in die Konversation eingebunden. An diesem Abend war wir lediglich zwei Gäste. Dadurch konnte ich hier sogar noch tiefer ins Gespräch einsteigen, um mein Verständnis zu erweitern und Redepraxis zu erhalten.

    Scheinbar ist ein aus dem Ausland kommender, Japanisch sprechender Gast wirklich eine Seltenheit. Nach einer Weile im Gespräch fragte mein Mitgast, ob das Izakaya auch eine Telefonnummer hätte und bat die Dame hinter der Theke, ihn anzurufen, wenn ich nochmal kommen würde.

  • Izakaya, die Erste

    An meinem zweiten Tag in Japan war es mir ein Anliegen, in einem Izakaya essen (und trinken) zu gehen. Da ich am Vortag ein belebtes Izakaya auf meinem Rückweg nach Hause gesehen habe, nur etwa fünf Minuten Fußweg entfernt, entschied ich mich dieses aufzusuchen.

    Nachdem ich sehr überrascht begrüßt wurde und meine Intention, zu Abend zu essen, auf Japanisch kommunizierte, wärmte sich die Atmosphäre schnell auf und ich wurde erfreut willkommen geheißen.

    Izakayas sind wohl eine der besten Optionen, um wahrhaft in die lokale Gesellschaft einzutauchen. Von meinen netten Mitgästen gesetzten Alters wurde ich, unter Betonungen, dass ich hier sehr willkommen sei, zu einem Omelett und einem Getränk eingeladen.

    Eigentlich war ich bereits wieder auf dem Sprung, als die Dame an der Theke, die sich als Acchan vorstellte, erzählte, dass sie eine Enkelin habe und mich bat, noch ein bisschen zu bleiben, damit sie mir sie vorstellen konnte. Einen Anruf und 30 Minuten später kam dann die Tochter von Acchan, gemeinsam mit ihrer Enkelin im Izakaya vorbei und es wurde gleich ein Verkupplungsversuch gestartet „die Kinder würden doch so süß werden“…

    Vielleicht eine etwas seltsame Situation auch für die Enkelin, die ihrer Oma gegenüber betonte, dass sie erst 18 Jahre alt sei – abgesehen davon aber irgendwie herzlich, wärmend und eine lustige erste Erfahrung im lokalen Izakaya.