Schlagwort: Orte

  • Cafe If 1995

    Bei einer meiner liebsten Entdeckungen in der Nachbarschaft, handelt es sich um ein kleines, unscheinbares Café mit dem Namen „Cafe If 1995“ – bereits in der ersten Woche hat dieses Café auf Google Maps mein Interesse geweckt. Da es allerdings täglich nur bis 17 Uhr geöffnet ist und meine Tage anfangs ziemlich gut gefüllt waren, schaffte ich meinen ersten Besuch erst nach einer Weile.

    Der Name dieses Cafés ist definitiv Programm. Vom Innenraum, der Einrichtung, über Geschirr und Deko, bis zur Methode der Kaffeezubereitung, ist alles (so wie) aus dem Jahr 1995. „So wie“ in Klammern gesetzt, denn die Besitzerin erzählte mir später, dass sich das Meiste tatsächlich seit diesem Jahr der Eröffnung nicht verändert hat.

    Als ich das Café zum ersten Mal betrat war ich der einzige Gast. Das Menü ist, gerade im Hinblick auf das Essen, sehr preiswert und besonders die Sets sogar ziemlich günstig. So bestellte ich ein Set mit gemischten Sandwiches, Kaffee und Salat für lediglich 830 Yen. Während ich der spannenden Kaffeezubereitung mit Syphon folgte und die Besitzerin dabei war, die Sandwiches zuzubereiten, beichtete sie mir, dass sie etwas nervös sei, da nicht häufig Gäste aus dem Ausland vorbeikommen würden. Ich versicherte ihr, dass das nicht nötig sei und versuchte möglichst gut, mich auf Japanisch mit ihr zu unterhalten.

    Nachdem das Set fertig zubereitet war konnte ich den besten schwarzen Kaffee genießen, den ich bis dato in Japan getrunken habe. Auch die frisch zubereiteten Sandwiches waren, wenn auch aufgrund der Menge des Inhalts etwas schwierig zu essen, ohne dass etwas hinausfällt, ein purer Genuss. Insgesamt also ein wahres Gedicht für die Geschmacksknospen und zusammen mit der ruhigen und angenehmen Atmosphäre im Café einer der Gründe dafür, dass dieses Café fortan mein Go-To-Spot für’s Frühstücken und Lernen werden sollte.

  • Izakaya, die Zweite

    An meinem dritten Tag beschloss ich, nach meiner guten ersten Erfahrung mit einem Izakaya, erneut eines aufzusuchen und entschied mich dieses Mal für eines in der anderen Richtung – ebenfalls etwa fünf Gehminuten entfernt.

    Auch hier fiel die Begrüßung überrascht aus, es kämen wohl nicht so viele „Ausländer“ hierher. Doch wie am vorigen Tag wurde ich sehr herzlich in die Konversation eingebunden. An diesem Abend war wir lediglich zwei Gäste. Dadurch konnte ich hier sogar noch tiefer ins Gespräch einsteigen, um mein Verständnis zu erweitern und Redepraxis zu erhalten.

    Scheinbar ist ein aus dem Ausland kommender, Japanisch sprechender Gast wirklich eine Seltenheit. Nach einer Weile im Gespräch fragte mein Mitgast, ob das Izakaya auch eine Telefonnummer hätte und bat die Dame hinter der Theke, ihn anzurufen, wenn ich nochmal kommen würde.

  • Izakaya, die Erste

    An meinem zweiten Tag in Japan war es mir ein Anliegen, in einem Izakaya essen (und trinken) zu gehen. Da ich am Vortag ein belebtes Izakaya auf meinem Rückweg nach Hause gesehen habe, nur etwa fünf Minuten Fußweg entfernt, entschied ich mich dieses aufzusuchen.

    Nachdem ich sehr überrascht begrüßt wurde und meine Intention, zu Abend zu essen, auf Japanisch kommunizierte, wärmte sich die Atmosphäre schnell auf und ich wurde erfreut willkommen geheißen.

    Izakayas sind wohl eine der besten Optionen, um wahrhaft in die lokale Gesellschaft einzutauchen. Von meinen netten Mitgästen gesetzten Alters wurde ich, unter Betonungen, dass ich hier sehr willkommen sei, zu einem Omelett und einem Getränk eingeladen.

    Eigentlich war ich bereits wieder auf dem Sprung, als die Dame an der Theke, die sich als Acchan vorstellte, erzählte, dass sie eine Enkelin habe und mich bat, noch ein bisschen zu bleiben, damit sie mir sie vorstellen konnte. Einen Anruf und 30 Minuten später kam dann die Tochter von Acchan, gemeinsam mit ihrer Enkelin im Izakaya vorbei und es wurde gleich ein Verkupplungsversuch gestartet „die Kinder würden doch so süß werden“…

    Vielleicht eine etwas seltsame Situation auch für die Enkelin, die ihrer Oma gegenüber betonte, dass sie erst 18 Jahre alt sei – abgesehen davon aber irgendwie herzlich, wärmend und eine lustige erste Erfahrung im lokalen Izakaya.