Izakaya-Erfahrungen

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Kontakte knüpfen im Izakaya

Bei meinem zweiten Besuch in dem Izakaya, welches ich in meinen ersten Tagen Japan besucht hatte, wurde ich wieder unfassbar freundlich willkommen geheißen. Eine Dame, die auch bei meinem ersten Besuch dort gewesen war, erzählte mir, dass ihr Sohn gerne Englisch üben würde. Von der Idee eines Übungspartners und gegebenenfalls ersten Freundes in Japan war ich natürlich sehr angetan. Daher bot ich mich sofort als Gesprächspartner an und wir tauschten Kontaktdaten aus. Wenige Tage später erhielt ich eine Nachricht von ihrem Sohn, und wir vereinbarten ein erstes Treffen. Ein klarer Beweis dafür, dass man in Izakayas wunderbar Kontakte knüpfen kann.

Jobangebot

Auch mein dritter Besuch im Izakaya blieb nicht ohne Früchte. Als ich erwähnte, dass ich bald Sommerferien haben würde und für diese Zeit gegebenenfalls nach einem Job suchen würde, sprach mich jemand mit dem Spitznamen „Don“ an und meinte, er könne mir vermutlich einige Putzjobs auf Tagesbasis anbieten. Etwas sketchy, dachte ich mir – aber dennoch eine tolle Geste. Auch hier tauschte ich also Kontaktdaten aus und bat ihn, mich zu kontaktieren, falls sich etwas ergeben sollte.

Karaoke Challenge

Auch mein zweiter Besuch bei Lemon war ein voller Erfolg. Als ich ankam, wurde ich direkt mit Namen begrüßt und die Dame hinter der Theke konnte sich an alle Details erinnern, die ich ihr beim letzten Mal erzählt hatte. Tatsächlich rief sie sogar den anderen Gast vom ersten Besuch an, um ihm mitzuteilen, dass ich wieder da sei – allerdings war er wohl noch auf der Arbeit.

Stattdessen unterhielt ich mich mit einem anderen Herrn, der mich sogleich auf zwei Bier einlud und ein Foto mit mir für seinen Instagram-Account machen wollte. Ich willigte natürlich ein. Zwei Biere und eine Unterhaltung später forderte er mich schließlich zum Karaoke heraus. Ich sollte versuchen, einen Song auf Japanisch zu singen. Praktischerweise befand sich direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, eine kleine Karaokebar, zu der wir uns sofort aufmachten.

In der Bar gab es einen kleinen Raum mit drei Tischen und Bänken sowie zwei Fernsehern für die Songtexte. Auch hier bestand das Personal aus einer älteren, sehr freundlichen Dame. Außer uns war niemand in der Bar. Wir sangen also einfach drauflos und tatsächlich schaffte ich, dank Live-Furigana-Lyrics, einen japanischen Song – zumindest bis zur Hälfte. Dazu wurde uns ein Topf mit kleinen Süßigkeiten auf den Tisch gestellt, die ich am Ende alle mitnehmen sollte. Auch hier war ich auf mein Bier eingeladen.

Bekannte in der ganzen Einkaufsstraße

In der dritten Woche meines Aufenthalts besuchte ich erneut das Ramen-Restaurant, in dem ich bereits an meinem ersten Tag essen gewesen war. Dort fragte mich der Besitzer plötzlich, ob ich einen gewissen „Itou-san“ kenne. Der Name kam mir zwar zunächst bekannt vor, allerdings hatte ich in der Zwischenzeit so viele Leute kennengelernt, dass ich mir nicht mehr sicher war, um wen genau es sich handelte. Daraufhin zeigte er mir das Instagram-Profil des Herrn, mit dem ich ein Foto gemacht und Karaoke gesungen hatte. Er erzählte mir, dass auch Itou-san regelmäßig bei ihm zu Gast sei und die beiden sich kurz über mich unterhalten hätten.

Scheinbar kann man durch regelmäßige Besuche in Restaurants und Izakayas in der Nähe einen recht guten lokalen Bekanntheitsgrad erreichen.